Walter Stöhrer

Walter Stöhrer, geboren 1937 in Stuttgart, hat die Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wesentlich mitgeprägt. Er gehört mit seiner spontanen, keinem gängigen Stil folgenden Malerei zu den rebellischen Einzelgängern der deutschen Kunst.

Nach dem Studium an der Karlsruher Kunstakademie bei dem Zeichner und Holzschneider HAP Grieshaber zieht er 1959 nach Berlin. Dort befasst er sich zunächst intensiv mit der Radierung, die ihm als sperrige künstlerische Technik Widerstand bietet und gleichzeitig Linearität und Gestus erlaubt. Auf diese Weise entwickelt er eine Gegenposition zu der statischen Bildarchitektur seines Lehrers, die in der Folgezeit zu einem freien Zusammenspiel von Schrift, Zeichnung und Malerei führt.

Walter Stöhrers Bilder sind Kraftfelder bildnerischer Abläufe, Überschneidungen, Konfrontationen, Dialoge, die ihre im Malprozess befreite Energie einbringen und ausleben können. Das "all over" seiner Malerei, deren primär gestisches Furioso in der komplexen Spannung zwischen Kalkül und Spontaneität steht, die Gleichzeitigkeit von linearer Härte, Chiffren und Farbströmen, die sich durchdringen und überlagern, das selbstgewisse Ungestüm und die verstörende Schönheit seiner Malerei, haben ihn zu einer unverwechselbaren Malerpersönlichkeit gemacht.

Walter Stöhrer verstarb am 10. April 2000 in Scholderup. Er hinterließ ein vielfältiges Werk, das Malerei auf Leinwand und auf Papier sowie Zeichnungen, Tuschen und Radierungen aus vier Jahrzehnten umfasst.

Die Walter-Stöhrer-Stiftung vergibt ab sofot jährlich Stipendien (mehr)

Ohne Titel 1962
Ohne Titel 1966
Hommage à Grandville 1974
Hermaphrodit 1997
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